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MĂ€rz 2019
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Zum 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV.


Historiker sind sich einig, Kaiser Karl IV. war einer der bedeutendsten Persönlichkeiten und Politiker des ausgehenden Mittelalters und noch heute wird seine 32-jĂ€hrige Regierungszeit als die berĂŒhmteste der böhmischen Vergangenheit gepriesen.
Am 14. Mai 1316 wird er als drittes Kind des böhmischen Königs Johann von Luxemburg und dessen Gemahlin Elisabeth von Böhmen, aus dem Geschlecht der Premesliden, in Prag geboren. Sein Geburtsnamen Wenzel wird in Frankreich, wohin er mit 7 Jahren geschickt wird, um ihn auf seine spĂ€tere Zeit als Herrscher vorzubereiten, in Karl umgewandelt. Mit 18 ernennt ihn sein Vater zum Markgrafen von MĂ€hren und er kann endlich in sein geliebtes Böhmen zurĂŒckkehren. Dieses findet er in einem bedauerlichen Zustand vor. Sofort beginnt er mit der Widerherstellung der Ordnung im Lande, was ihm Anerkennung und neue Freunde im Lande beschert. In der Folge schlichtet er Streitigkeiten zwischen HerrscherhĂ€usern, fördert Wirtschaft und Handel, sorgt sich um die Weiterentwicklung im StĂ€dtebau und auf dem Land
und –als streng glĂ€ubiger Christ- steht er fest an der Seite der Kirche und unterstĂŒtzt den Neu-
bzw. die Erweiterung von kirchlichen Bauten. 1346, inzwischen 30-jÀhrig, wird er im Einver-
nehmen mit Papst Klemens VI. zum „König des Heiligen Römischen Reiches“ ernannt und erhĂ€lt nach dem Tod seines Vaters am 02.09.1347 endlich auch die Krone von Böhmen. Als Höhepunkt seiner Entwicklung folgt die Kaiserkrönung im Jahre 1355. Dieses mehr an Macht verlangt aber auch ein mehr an Verantwortung und diplomatischem Geschick. RĂŒckschlĂ€ge bleiben da nicht aus. Neben Seuchen, wie der Pest, die mehrfach das Kaiserreich ĂŒberrollen, folgen die Judenverfolgungen, vor allem auch im SĂŒden Deutschlands, denen er sich „macht-
los“ gegenĂŒber sieht. Es gelingt ihm aber noch die grĂ¶ĂŸten SchĂ€den von seinem Böhmen in Grenzen zu halten. Erst gegen Ende seiner Regierungszeit setzt auch in Böhmen ein gewisser Niedergang ein : „Das einst hochgerĂŒhmte Königreich Böhmen schien die Gunst Gottes ver-
loren zu haben.“ Am 29.11.1378 stirbt Karl an den Folgen einer schweren LungenentzĂŒndung
mit 62 Jahren in Prag. Unvergessen sind seine Verdienste, wozu unbedingt das Reichsgesetz von 1356, die sog. „Goldene Bulle“ zu zĂ€hlen ist, welche in ihren GrundzĂŒgen bis 1806 Bestand hatte. Nachhaltig hat er auch die Entwicklung in unserer Oberlausitz geprĂ€gt, welche als eines der „NebenlĂ€nder der Böhmischen Krone“ auch zum „Stammland des Königreiches Böhmen“ gehörte. WĂ€hrend er der Oberlausitz eine gewisse EigenstĂ€ndigkeit zugestand, ge-
wĂ€hrte er ihr dazu auch zahlreiche Privilegien. Hierzu zĂ€hlt unbedingt die GrĂŒndung des „SechsstĂ€dtebundes“ mit Kamenz, Budissin, Löbau, Zittau Görlitz und Lauban, im August 1346. Die Oberlausitz bewĂ€hrt sich als eine Art „StĂ€nderepublik“. Dreimal im Jahr treffen sich die Vertreter der StĂ€nde, zum einen das BĂŒrgertum, zum anderen Adel und Kirche, auf der Budissiner Ortenburg zu einem „Landtag“. Hier wird versucht Streitigkeiten beizulegen, Gesetze werden beschlossen, VertrĂ€ge vereinbart und Steuern ausgeschrieben. Der Landvogt der Oberlausitz als der „Stellvertreter des Königs im Lande“ wird vom Landtag bestĂ€tigt und auf seine Rechte vereidigt. Botenreiter halten die Verbindung zwischen Prag und den Sechs- stĂ€dten aufrecht. Zu den Aufgaben des Bundes gehört auch die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung im Lande. So werden auch zahlreiche „Raubburgen“ in der Oberlausitz und deren Randgebieten gestĂŒrmt und teilweise niedergerissen. Dazu gehörte auch die Burg auf dem Oybin von welcher 1349 (andere Quellen nennen das Jahr 1357) Johann von Michels-
berg mit seinem Raubgesindel vertrieben wird. Das Kaiser Karl 1366 den Oybin dem Orden der Cölestiner ĂŒberlĂ€ĂŸt, worauf diese hier unverzĂŒglich mit dem Bau eines Klosters beginnen, ist wesentliche Ursache dafĂŒr, daß wir heute im Tal das Örtchen Oybin vorfinden und somit Kaiser Karl IV. gewissermaßen als Einen der GrĂŒnder von Oybin nennen wollen.

Wolfgang Windis / AG Chronik
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Was erwartet Sie zur Kaiserweihnacht in Oybin?



Die „Kaiserweihnacht" findet im Kurort Oybin und auf der romantischen Burg- und Klosteranlage statt.
Der Termin ist wie immer der 25. Dezember, Beginn 14.00 Uhr, an der GaststÀtte "Kleine Burg" in Kurort- Oybin.
Die GĂ€ste werden in einem Zeitsprung ins Mittelalter zurĂŒckversetzt und erleben den Besuch des damaligen Herrschers der Oberlausitz, den böhmischen König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches- Karl den IV - . mit seinem Gefolge.
Wie viele wissen, ließ er sich auf der Burg Oybin einen Palas und an gleicher Stelle fĂŒr die Cölestiner Mönche ein Kloster erbauen.
NatĂŒrlich musste er ab und zu seine GĂŒter besuchen, um nach dem Rechten zu sehen ....
In der Pferdekutsche verlÀsst er mit seiner Gemahlin und Gefolge die Residenzstadt Prag und begibt sich auf die beschwerliche Winterreise hierher.
Ihm gefÀllt die romantische Landschaft in der Oberlausitz und vor allem der Oybin.
Was erwartet nun die Besucher der .Kaiserweihnacht"?
Da er das Oybiner Volk und seine GÀste sehr liebt, feiert er jÀhrlich die Kaiserweihnacht in Oybin.
Mit seiner Gemahlin Elisabeth und den Prinzessinnen kommt er - begleitet von Leibwache und StandartentrĂ€gern- in einer festlich geschmĂŒckten Kutsche.
Es folgen hohe WĂŒrdentrĂ€ger des Prager Hofes, festlich gekleidete Hofdamen, Ritter Kunibert 11., seine geliebten Cölestiner - Mönche mit dem Burgkaplan sowie MĂ€gde und Knechte
Unter weihnachtlichen TrompetenklĂ€ngen zieht dann der festliche Kaiserzug durch den Ort, wo das Kaiserehepaar sein Volk begrĂŒĂŸt.
NatĂŒrlich wird auch der Weihnachtsmann wieder erscheinen und unsere kleinen GĂ€ste mit Geschenken ĂŒberraschen.
Danach geht es dann gemeinsam auf die Burg- und Klosteranlage auf den Berg Oybin.
In der gotischen Klosterkirche verkĂŒndet der Burgkaplan die Weihnachtsbotschaft.
Es erklingen nochmals Trompeten. Danach singt der Spreequellchor Weihnachtslieder, bei denen auch die Besucher gern einbezogen werden. Nach dieser feierlichen Zeremonie werden dann im Burghof Tee und GlĂŒhwein ausgeschenkt. FĂŒr die Kinder erzĂ€hlen die kaiserlichen Hofdamen Geschichten aus vergangenen Zeiten.

Unsere Sponsoren
Sparkasse Oberlausitz- Niederschlesien, SÀchsische Zeitung und Grafische WerkstÀtten Zittau. Musikhaus Faber

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GrĂŒndung der Kaiserzuges


Im Jahre 1316 in Prag als Sohn des Königs Johann von Böhmen und seiner Gemahlin Elisabeth geboren, wurde er 1347 selbst böhmischer König und 1355 in Italien zum "Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation" gekrönt. In seine Amtszeit fĂ€llt die GrĂŒndung des "Sechs StĂ€dtebundes" und dessen Förderung und Ausstattung mit zahlreichen Privilegien. Die StĂ€rkung des Bundes erhöhte einerseits die politische und wirtschaftliche Macht der "SechsstĂ€dte", sorgte andererseits aber auch fĂŒr Sicherheit im Norden Böhmens,wozu auch die Oberlausitz zĂ€hlte. Zu den damals hier eroberten Raubburgen gehörte 1348 auch die Burg Oybin, welche der König dem Cölestiner Orden ĂŒbergab, was zur Errichtung der Klosteranlage auf dem Berg und in spĂ€teren Jahren zur Entstehung des Dorfes Oybin fĂŒhren sollte. Indirekt könnte man ihn also als Einen der "VĂ€ter Oybins" bezeichnen. Die ErlĂ€uterungen seiner Verdienste um die StĂ€rkung des Reiches und insbesondere der Oberlausitz wĂŒrden hier und heute zu weit fĂŒhren, allgemein aber kann man sagen, dass er als eine bedeutende Persönlichkeit in die Geschichte eingegangen ist. Als er 1378 in Prag starb, hinterließ er, dank seines diplomatischen Geschickes ein in sich gefestigtes Reich, konnte aber die sich bereits in Mitteleuropa anbahnenden Konflikte nicht mehr ausrĂ€umen. Die Person von Kaiser Karl IV. im GedĂ€chtnis der Oberlausitzer und ihrer GĂ€ste zu erhalten ist ursĂ€chlicher Grund fĂŒr die GrĂŒndung dieses Vereins.
Begonnen hatte eigentlich alles mit einer kleinen GeburtstagsĂŒberraschung fĂŒr den vormaligen "Oybiner Burghauptmann" Bernd Hauser. Dieser feierte im November 1994 seinen 40. Geburtstag. Man wußte um seine Begeisterung fĂŒr das Mittelalter und so verabredeten sich etwa 20 Gleichgesinnte, besorgten sich aus dem Fundus des Zittauer Stadttheater KostĂŒme und erschienen zur, vereinbarten Zeit, fĂŒr den Jubilar völlig ĂŒberraschend, auf dem Berg. Man gestaltete ein kleines Programm und ob der gelungenen Überraschung konnte damals der Burghauptmann ein paar TrĂ€nen nicht aufhalten. Das wĂ€re es ja dann soweit auch gewesen, aber alle Anwesenden und auch andere Besucher der Burg- und Klosteranlage bedrĂ€ngten die Akteure, diese "Show" doch unbedingt zu wiederholen. So fand dann, anlĂ€ĂŸlich des Besuches von Kaiser Karl IV. in den Weihnachtsfeiertagen des Jahres 1369, also noch einmal 625 Jahren spĂ€ter, die erste "Kaiserweihnacht" auf dem Berg Oybin statt. Dieser ersten .Kaiserweihnacht" folgten inzwischen ĂŒber 20.


Aus der anfĂ€nglich kleinen Gruppe entstand in der Zwischenzeit ein Verein von 60 Mitgliedern (darunter sind 10 Jugendliche unter 18 Jahren). Die KostĂŒme wurden inzwischen nach Vorlagen selbst geschneidert, bzw. angekauft und der i.Historische Kaiserzug Karl IV." ist lĂ€ngst ein gern gesehener Beitrag zu vielen Festen. So ist er u.a. regelmĂ€ĂŸig beim .Eibauer Bierzug" und dem "Zittauer Spectaculum", nahm dreimal am "Tag der Sachsen" teil und ist beim "Tag der Oberlausitz" zu finden. NatĂŒrlich liegt ihm aber auch die Gemeinde, welche ihn seit Jahren tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzt, am Herzen. Dazu gehört das "Gabler Straßenfest" und das "Heimatfest LĂŒckendorf" genauso wie Auftritte beim "Mönchszug" oder dem "Burg- und Klosterfest" auf dem Oybin. Zum 01.01.2012 trat der Verein dem .Heimatbund LĂŒckendorf / Oybin" bei und kann sich hier in Zukunft weiterentwickeln, zumal er (hoffentlich) auch weiterhin auf die UnterstĂŒtzung von Sponsoren und zahlreichen Helfer bauen kann.

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